Überflutete Quartiere, überschwemmte Keller und Strassen: Der Rekordregen in der Nacht auf Donnerstag hat im Kanton Aargau vor allem entlang der Aare erhebliche Schäden angerichtet. Besonders kritisch wurde die Lage in Döttingen, wo ein Damm brach.
Um 9.50 Uhr heulten in Döttingen, Kleindöttingen und Klingnau die Sirenen. Mit dem Wasseralarm wurde die Bevölkerung vor dem drohenden Hochwasser gewarnt. Zunächst ergoss sich die Aare über den Damm vor der Aarebrücke in Döttingen. Später wurde der Damm an der gleichen Stelle von den Wassermassen durchbrochen.
Rund 50
Personen
im
Gefahrengebiet
mussten
evakuiert
sowie
ein
Einkaufszentrum
geschlossen
werden.
Überschwemmt
wurde
ein
Gebiet
von rund
12 Aren.
Nach
Angaben
des
kantonalen
Führungsstabes
konnten
weitere
Überschwemmungen
in
Döttingen
dank
eines
sofort
erstellten
Sicherungsdammes
verhindert
werden.
Aarauer
Schachen
überschwemmt
Auch im
Aarauer
Schachen
trat die
Aare
über die
Ufer und
überschwemmte
flussnahe
Gebiete.
Wegen
der
gewaltigen
Fluten
musste
kurz
nach 8
Uhr das
Wasserkraftwerk
Rüchling
stillgelegt
und die
Belegschaft
evakuiert
werden.
Ebenfalls
geschlossen
wurde
das
Schwimmbad,
nachdem
Wasser
in die
Technikräume
eingedrungen
war.
Betroffen
vom
Aare-Hochwasser
war auch
das
Festgelände
des
kommenden
Eidg.
Schwing-
und
Älplerfestes
im
Schachen.
Wegen
des
stark
durchnässten
Bodens
wurden
die
Aufbauarbeiten
in der
Arena
unterbrochen.
Das
Leichtathletikstadion
und die
Pferederennbahn
standen
zeitweilig
rund
einen
Meter
unter
Wasser.
Schäden
an
Kraftwerken
In Brugg
wurde um
12 Uhr
eine
Hochwasserspitze
von 1384
Kubikmeter
pro
Sekunde
registriert
- ein
Wert,
der nach
Angaben
der
Nordostschweizerischen
Kraftwerke
(NOK)
bis
heute
noch nie
gemessen
wurde.
Der
Alarmwert
liegt
bei 1050
Kubikmeter
pro
Sekunde.
Der
unbewohnte
Brugger
Schachen
wurde
von der
Aare
überschwemmt.
Laut NOK
wurden
die
Kraftwerke
an der
Aare
durch
Baumstämme
in
Mitleidenschaft
gezogen.
Im
Kraftwerk
Rupperswil-Auenstein
wurden
eine
Rechenreinigungsmaschine
sowie
einzelne
Wehrteile
beschädigt.
Die
Turbinen
arbeiteten
wegen
des
hohen
Unterwassserpegels
nur mit
reduzierter
Leistung.
Im
Rheinfelden
hatten
die
Behörden
bereits
am
frühen
Morgen
die
Sperrung
der
alten
Rheinbrücke
angeordnet.
Gegen
Mittag
erreichte
der
Rhein
eine
Hochwasserspitze
von 3950
Kubikmeter
pro
Sekunde.
Die
Alarmgrenze
von 3200
Kubikmeter
pro
Sekunde
wurde
deutlich
überschritten.
In der
Region
Wiggertal
stieg
die
Abflussmenge
bereits
um
Mitternacht
auf 1250
Kubikmeter
pro
Sekunde.
Damit
sei die
Rekordmarke
aus dem
Jahre
1972 um
rund
einen
halben
Meter
übertroffen
worden,
teilte
die
Gemeinde
Aarburg
mit.
Das
Wasser
ergoss
sich in
Keller,
auf
Strassen,
durch
Wohnungen
und in
Gärten.
Die
historische
Badi sei
meterhoch
überflutet
worden,
hiess es
in der
Mitteilung.
Noch am
Mittwochabend
hatte
die
Einsatzleitung
entschieden,
den vom
Hochwasser
der
Wigger
überschwemmten
Campingsplatz
zu
evakuieren.
Weniger
Wasser
in der
Reuss
Glimpflich
davon
kam das
Reusstal.
Die
Reuss
führte
deutlich
weniger
Wasser
als beim
Hochwasser
vor zwei
Jahren.
Zudem
wurde
gemäss
dem
kantonalen
Führungsstab
weniger
Holz
angeschwemmt.
Bereits
am
frühen
Morgen
hatten
die
Zürcher
Behörden
den
Abfluss
aus dem
Zürichsee
gedrosselt.
Diese
Massnahme
habe
sich
positiv
auf den
Pegelstand
der Aare
ausgewirkt,
sagte
Christine
Stählin,
Sprecherin
des
Führungsstabes.
Wegen
der
Hochwasser
mussten
mehrere
Brücken
für den
Verkehr
gesperrt
werden.
Tangiert
vom
Hochwasser
waren
auch die
Wynen-
und
Suhrentalbahn
(WSB)
und die
Bremgarten-Dietikon-Bahn
(BDWM).
Die
Strecken
Hirschthal-Schöftland
und
Wohlen-Bremgarten
waren
während
Stunden
unterbrochen.
Es
mussten
Ersatzbusse
eingesetzt
werden.
Im
ganzen
Kantonsgebiet
waren
während
der
Nacht
und am
Donnerstagmorgen
rund 100
Feuerwehren
mit
gegen
4000
Helfern
im
Einsatz.
Dazu
wurden
auch
Zivilschutzeinheiten
aufgeboten.
Besonders
gefragt
waren
Sandsäcke.
Der
Krisenstab
liess
die
beiden
Sandsack-Abfüllanlagen
des
Kantons
in
Betrieb
nehmen.
Bis
Donnerstagmittag
wurden
rund 30
000
Sandsäcke
an die
Gemeinden
abgegeben.
400
Schadenmeldungen
Bei der
Aargauischen
Gebäudeversicherung
wurden
rund 400
Schadenmeldungen
registriert.
Die
Schadensumme
sei noch
nicht
abschätzbar,
sagte
der
stellvertretende
Abteilungsleiter
Peter
Schiller.
Erfahrungsgemäss
müsse
bei
Schadenereignissen
in
dieser
Grössenordnung
von 3,5
Mio.
Franken
ausgegangen
werden.
Im
Verlaufe
des
Donnerstages
entspannte
sich die
Situation
an den
meisten
Flüssen
und
Bächen
zusehends.
Die
Wasserstände
waren
nach
Angaben
des
kantonalen
Führungsstabes
am Abend
zwar in
Aare und
Rhein
«weiter
auf
hohem
Niveau,
aber
tendenziell
abnehmend».























